Gesellschaftliche Veränderungen gestalten: Energiewende, Mediation, "Fridays for Future"

Vortrag von Tim Hicks (USA), Diskussion und Austausch

Am 18 Juni haben wir zum 6. Mal den Internationalen Tag der Mediation in Berlin mit einer Veranstaltung begangen. Zum Vortrag von Tim Hicks und der nachfolgenden Diskussion waren über 200 Gäste anwesend, die sich mit uns Gedanken gemacht haben, wie die anstehenden notwendigen Veränderungen durch die Klimakrise auch mit Hilfe unseres Wissens als Mediator/innen begleitet und forciert werden können.

Tim Hicks, Mediationswissenschaftler aus den USA hob in seinem Vortrag zu „Embodied Conflict“ hervor, wie das Erleben aber auch die Möglichkeiten der Bearbeitung von Konflikten in unseren Körper neuronal eingeschrieben sind. Veränderungen in unserem Verhalten und unserem Denken bedeuten auch immer Veränderungen in unserer neuronalen Struktur. Und das macht es so schwer Veränderungen im Erleben mit anderen, aber auch auf der gesellschaftlichen Ebene anzugehen. Dabei scheint es so zu sein, um innere Stabilität zu bewahren, dass Neues zunächst einmal abgewehrt wird. Das Erlernen von neuen Denkstrukturen, aber auch von Gewohnheiten und Verhaltensweisen findet immer, so Hicks in der Balance von Stabilität und Plastizität statt. Die macht ach, dass Mediationsprozesse in denen es ja auch darum geht neue Sichtweisen auf den anderen (und sich selbst) zu gewinnen Zeit brauchen. In der aktuellen Situation des Klimawandels ist diese Zeit aber so nicht mehr gegeben, wir müssen schnell was ändern. Wie schwierig das ist, können wir ja alle gerade erleben.

In der anschließenden, von Michael Cramer von der Regionalgruppe moderierten Diskussion hob Edmund Arend vom Verein zur Förderung von Wissenschaft und Praxis der Mediation noch einmal hervor wie bedeutet Sicherheit für Veränderungsprozesse ist. Veränderungen sind angstbesetzte Prozesse, die existentiellen Not auslösen können. Dr. Bettina Knothe von Kompetenzzentrum machte noch einmal deutlich, dass Aufklärung über Fakten und Begleitung durch mediative Prozesse wichtige Unterstützung bei diesen Prozessen leisten können. Und Prof. Ulla Gläßer von der Europauniversität Viadrina in Frankfurt (Oder) wies auf die Rolle der Politik hin, die Veränderungsprozesse positiv unterstützen oder auch verschleppen könnte.

Sosan Azad und Alexandra Bielecke vom Vorstand des Bundesverbandes Mediation berichteten zum Schluss noch von der Entstehungsgeschichte des Tages der Mediation und warben zum Abschluss noch für das Thema des BM-Kongresses 2020 in Köln: Klimawandel.

Organisiert wurde der diesjährige Tag der Mediation von Regionalgruppe Berlin-Brandenburg des BM. Insbesondere Cornelia Stauß und ihrer unermüdlichen Organisationsarbeit ist es zu verdanken, dass er ein so großer Erfolg wurde. Danken möchten wir aber auch allen Helfer/innen, die uns an dem Tag unterstützt haben.